Knappe Niederlage im Home Opener gegen die Sluggers

Am vergangenen Wochenende erlebten wir unseren Home Opener und die Sluggers waren unsere Gäste. Das Wetter war OK für Baseball: viel Wolken, kein Regen, wenig Sonne (zumindest für einige vom Team bietet wenig Sonne Vorteile, denn RF, 1B und C werden nicht so geblendet, die anderen schauen meistens weg von der Sonne). Es waren sehr viele Zuschauer da, die vom Schülerspiel rüber kamen oder sich für das Eagles-Spiel danach einfanden.

Machen wir es kurz: unsere Jugend-Mannschaft hat ein sehr spannendes Spiel mit 6:7 sehr knapp verloren. Nach dem Spiel gab es einiges Wehklagen, weil die letzten beiden Batter (Elias und Gregor) die Bases voll hatten und doch nur jeweils ein Strikeout erzielten. Hier mal meine Sichtweise zu den verschiedenen Hinweisen an diese beiden Spieler:

  • Sie hätten Pitches „taken“ sollen, sich also abwerfen lassen. Das klingt einfacher als gesagt: der Reflex ist halt da, dem Ball auszuweichen.
  • Sie hätten bloß kein Strikeout machen dürfen! Nun, zeigt mir den Spieler der ein Strikeout machen will. Niemand will das, niemand will überhaupt irgendein Out machen.
  • Wenn schon Strikeout, dann wenigstens ein schwingendes Strikeout. OK, somit zeigt man an, dass man sich zu schwingen traut. Die beiden betroffenen Spieler haben aber diese Saison schon mehrere Hits und können schwingen und trauen sich das auch.

Ein Strikeout ist ein Out wie jedes andere. Bei einem Strikeout bewegen sich die Runner eher nicht (sie könnten stealen, müssen das aber nicht), aber das ist nicht nur ein Nachteil, dass sich die Runner nicht bewegen. Es kann auch ein Vorteil sein, weil ein Ball in Play auch dazu führen kann, dass Runner auf den Bases OUT-gemacht werden. Der Pitcher war übrigens gerade eingewechselt worden und frisch, außerdem hatte den noch niemand gesehen.

Was mir auffällt, wenn ich die Scoring-Statistiken auswerte:

  • das größte Inning der Sluggers brachte ihnen 5 Runs, unser größtes uns 3 Runs. Beim Baseball ist es sehr wichtig, keine großen Innings zuzulassen.
  • unser Team hat 10 Runner left on base (LOB) gelassen. Wir brauchen einen Run für den Ausgleich, und wir lassen in 5 Innings 10 Mann auf den Bases stehen (also 2 pro Inning)
  • Von unseren sechs Runs, die wir erzielt haben, ist nur einer mit RBI (run batted in) erzielt worden. Diesen einzigen RBI hat übrigens einer der beiden besagten Spieler erzielt, nämlich Gregor.
  • alle anderen Runs sind nicht reingekommen, weil wir sie reingeschlagen (oder reinge-walk-t haben), sondern durch Wild Pitches, Error, Passed Balls (also weil der Gegner es uns erlaubt hat)
  • Von unseren 6 erzielten Runs sind nur zwei für die gegnerischen Pitcher „earned“, d.h. die gegnerische Defense hat während des Spiels immerhin 4 Fehler gemacht und nur deswegen konnten wir überhaupt so viele Runs erzielen

Mit Runners auf den Bases haben wir wie folgt geschlagen: 3 für 17 mit 5 Walks, 1 Hit-by-Pitch, 1 Sacrifice Hit und 8 Strikeouts. Das ergibt einen sehr schlechten Schlagdurchschnitt von .176. Anders gesagt: in 23 Plate Appearances mit Runners auf den Bases haben wir 3 Singles geschlagen und 5 Walks erzielt, dazu aber auch in 4 Groundouts und 8 Strikeouts. Alle acht unserer Strikeouts kamen übrigens mit Runners on. Und dieses schwache Schlagen ist der Grund, warum wir nur sechs Runs erzielt haben und am Ende eben einen zuwenig. Und das zieht sich quer durchs Team und durch alle 5 Innings und deswegen ist die Niederlage nicht alleine Schuld der beiden Spieler, die am Ende ausgestriket wurden.

Tja, die Lösung könnte nun lauten: schlagt einfach allesamt besser. Aber wenn das so einfach wäre, dann würden das ja alle machen und in jeden Kochtopf ein Huhn und alles wäre schön! Ist aber leider nicht so einfach. Im Batting Cage sieht das sehr gut aus, wenn unser Team schlägt, aber in der Batters Box kommt nicht alles an.

Dazu fallen mir zwei Dinge ein, die wir alle tun können: Zum einen können wir einfach geduldig sein. Wer so gut im Batting Cage schlägt, bei dem kommt dann demnächst auch alles in der Batters Box zusammen. Das wird schon. Die andere Ursache könnte einfach zuviel Druck sein? Zuviel negative Reaktionen auf die Leistungen der Spieler, zuviel Gebrülle und Geraune und das berühmte „ooohhhhhhhhhh“, das in der Luft schwebt, von den Zuschauern und den Spielern untereinander?

Beim Baseball scheitern selbst die besten öfter als sie nicht scheitern. Einen Schlagdurchschnitt von .500 gibt es fast nie - und jemand der so gut ist, dass er fast .500 schlägt, hat trotzdem öfter keinen Hit als einen Hit. Scheitern gehört also dazu und wir müssen es akzeptieren lernen, vom At-Bat bis zum gesamten Spiel.

Unser Team hat gegen drei schwere Gegner verloren. Wir waren aber in allen drei Spielen drin. Wir haben uns nicht abklatschen lassen und nicht aufgegeben. Unser Record in 1-Run-Games ist 0:2, aber diese Statistik sagt viel über Glück aus. Und Glück oder Unglück gleichen sich aus.

Also, keine Vorwürfe mehr, bitte. Kein Fingerzeigen. Wir sind ein gutes Team und gegen den Abstieg werden wir nicht spielen. Unser Glück wird sich wenden, wenn wir gut und konzentriert trainieren. Und wenn wir uns gegenseitig helfen, aufrichten und aus Fehlern lernen statt mit Fingern zu zeigen. Also Druck wegnehmen, Leute! Positiv denken!

Beste Hitter waren übrigens:

  • Jean mit 2 Singles und 1 Walk, die zu 2 Runs wurden
  • Gregor mit 2 Singles, 1 RBI und 1 Run
  • Henri mit einem Single und 1 Walk

Bester Pitcher war mal wieder Elias, der in 3 Innings keinen Run abgab (und 3 Strikeouts erzielte). 

Danke ans Team für ein wirklich spannendes Spiel, mein erstes als Scorer. Danke an die Zuschauer für ihr zahlreiches Erscheinen. Danke an Kathleen und Nicole vom Catering!

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