Spiel 2 (Hamburg) bei DM U12-Baseball in Paderborn

Dies ist ein Bericht über die Fahrt unserer Schüler-Teams nach Paderborn zu den Deutschen Meisterschaften. Unser Team ist in einem anstrengenden Finale gegen die Berlin Rams Berlin-Brandenburger Meister 2017 geworden (Final-Spiel 1Final-Spiel 2Final-Spiel 3).

Dieser Bericht besteht aus mehreren Teilen:

Zwischen den Spielen

Das erste Spiel hatten wir also verloren, aber wir waren zumindest mal für einen Zeitraum im Spiel drin gewesen. Und unser Gegner war der amtierende und am Ende des Turniers auch neue Deutsche Meister Stuttgart Reds. Kein Grund also, die Köpfe in den Sand zu stecken.

Das Stuttgart-Spiel war gegen 10:30 Uhr so richtig zu Ende. Unser nächstes Spiel stand um 12:50 Uhr gegen die Hamburg Stealers an. Wir haben die Stealers am Jahresanfang beim Hallenturnier in Lütjensee kennen gelernt, und unsere Spieler Hugo und Alex waren mit einem der dortigen Spieler, Finn Schulze und seinem Vater (als Trainer) in der Auswahl der norddeutschen Ländern (die North Stars), im Rahmen eines Turniers in Prag.

Die Paderborner Anlage bietet ihren Besuchern beim Eintritt sofort den Blick auf das große Feld. Wenn man rein kommt, sind rechts die Zuschauertribünen, gerade aus ist das Baseballfeld des Erstligisten und mehrmaligen Deutschen Meisters, und zur Linken stehen zwei Batting Cages. Hinter den Batting Cages geht es Richtung kleinere Felder. Es geht an einem Bullpen vorbei über ein kleines Stück Rasen, an dessen Ende ein paar überdachte Tische stehen, ein kleines Häuschen, auf dessen Dach man einen wunderbaren Ausblick hat, und ein paar Zelte, in denen während der DM das Mittagessen konsumiert wurde. Gleich danach ist man im Right Field des ersten kleinen Platzes. Man kann nach rechts am Outfield-Zaun entlang gehen Richtung eines weiteren, schöneren kleinen Feldes. Dort hinten hatten wir unser erstes Spiel gegen Stuttgart absolviert. Gegen Hamburg waren wir auf dem vorderen Platz.

Zwischen den beiden Plätzen gibt es eine Catering-Hütte und ein paar Sitzbänke unter Bäumen. Dies ist im Sommer der schönste Platz, um in Paderborn Baseball zu schauen, würde ich sagen. Die Bäume ragen ins Centerfield des einen Platzes und bieten reichlich Schatten. Da stehen ein paar Bänke, auf die wir uns nach dem Spiel setzten und entspannten. Um uns herum liefen überall Baseballspiele. Spieler, Trainer, Umpires, Eltern liefen herum. Die Sonne schien, wir hatten ca. 20 Grad.

Gegen 11:30 Uhr gingen wir zum Mittagessen, Nudeln mit Bolognese. Gegen 12 Uhr fingen wir unser Warmup auf dem großen, vorderen Feld an, dessen Rasen mittlerweile nicht mehr taunass war, sondern in der Sonne leicht getrocknet. Um 12:20 Uhr begann unsere Cage-Zeit und gegen 12:40 Uhr gingen wir zu unserem Dugout auf dem ersten Platz.

Erstes Inning

Unser Starting Pitcher war Hugo. Er erlaubte dem ersten Hitter ein Triple, dem zweiten ein Single und es stand 1:0 für Hamburg. Es folgte ein Strikeout, dann ein Groundout zur 2B und am Ende ein Flyout in Right Field. Nach dem Schock eines Triples sehr gut wieder zurückgekommen, Danke an Hugo und die Defense.

2017 09 23 DM 3

Catcher und Coach machen einen Mound-Trip zu Hugo

Wir waren dran und mussten dem Niveau bei einer Deutschen Meisterschaft Tribut zollen: Hugo Strikeout, Luke Groundout zum Pitcher, Alex Strikeout. Dies sind unsere besten drei Hitter und sie hatten ihre Schwierigkeiten, in die Gänge zu kommen. Aber es steht ja auch erst 0:1, noch sind wir im Spiel.

Zweites Inning

Hugo als Pitcher lief zur Form auf: Strikeout, Groundout zum Shortstop, Strikeout. Endlich spielten wir, wie wir es kennen.

Keanu kommt mit einem Single auf die 1B und schafft es per Wild Pitch und Passed Ball der Gegner bis zur 3B. Markus hatte in der Zwischenzeit seine Strikeout-Serie fortgesetzt (#3). Phillip erarbeitet sich einen Walk, klaut 2B und induziert einen Wurf des Catchers, der an 2B vorbei geht und ihn bis zur 3B bringt (Keanu kommt rein und erzielt den Ausgleich). Jannik und Josh erleiden Strikeouts, aber Phillip schafft es, bei einem Wild Pitch zu scoren. Wir führen nach 2 Innings mit 2:1

2017 09 23 DM 2

Coach und Spieler beim Diskutieren

Drittes Inning

Leider wurde es jetzt wild: der erste Batter kommt per Single auf die Base. Den nächsten Batter wirft Hugo ab. Im nächsten At-Bat lässt Alex als Catcher den Runner von 3B rein, bevor der Batter ein Groundout zum Shortstop schlägt, das einen weiteren Runner rein bringt.

Insgesamt war die defensive Leistung von Alex auch nicht die, die wir gewohnt waren. Er hatte gute Würfe auf zuweit von der Base stehende Runner, die aber manchmal die jeweiligen Fielder nicht fingen. Ein paar Runner sollte er auf den Bases ausmachen im Turnierverlauf. Aber Alex schien müde beim Blocken. Wo er in der Saison seinen Körper aufs Knie verlagert, um hinter einen Ball zu kommen, der seitlich an Homeplate vorbei ging, versuchte er hier, solche Bälle mit dem Handschuh seitlich zu erwischen.

2017 09 23 DM 1

Alex als Catcher

Aber das ganze Infield schien oft träge und langsam denkend. Einfach geworfene Bälle wurden nicht gefangen (im 1. Spiel liess Phillip einen Wurf von Alex aus dem Handschuh kullern, der einen Runner aus Stuttgart mit zu großer Lead von 1B erwischt hätte). Einfach geschlagene Bälle wurden nicht gefieldet und rollten durch die Beine. Mehrfach wurde zulange nachgedacht, wo ein Play gemacht werden könnte, um das Play noch zu machen. Unsere Defense war nicht mehr der Eiserne Vorhang, sondern eine Mauer aus Wackelpudding.

Was lernen wir? Erstens, wir brauchen mehrere Catcher, denn für einen alleine ist es zu anstrengend eine ganze Saison lang (und ein Turnier lang mit zwei Spielen pro Tag). Zweitens, alle unsere Spieler sollten generell fitter sein, dann werden sie auch geistig nicht so schnell müde. Drittens, wir müssen besser über die Sommerferien kommen, wenn wir im Herbst solche Turniere spielen.

Zurück zum Spiel: es folgten zwei Singles und drei Walks, bevor wir ein ungewöhnliches Double Play im Infield schafften, das das Inning beendete. Trotzdem hatte Hamburg 5 Runs erzielt und führte nun 6:2.

Wir waren dran und mussten nun scoren: Braima schlägt ein Groundout zum Pitcher. An der Stelle mal kurz eine weitere Beobachtung: erst im letzten Spiel schafften wir es als Team, beim Schlagen einen hohen Klang mit der Keule zu erzeugen. In den ersten drei Spielen machten unsere Bats immer nur Plopp! und erzeugten relativ schwache Infield Dribbler. Warum und wieso, konnten wir uns nicht erklären. Waren wir verhext?

Hugo folgt mit einem Single (auch mit Plopp, aber immerhin on-base). Luke erleidet ein Strikeout, Alex folgt mit einem Groundout (mit Plopp) zum Pitcher (aber Hugo kam schon rein). Inning over, wir liegen 3:6 hinten.

Viertes Inning

Hugo ist immer noch auf dem Mound und erlaubt ein Single. Der nächste Batter schlägt ins Feld und Keanu macht den Runner Out an 2B. Der neue Runner an 1B versucht, 2B zu klauen und wird Opfer von Alex’ Wurf. Der dritte Batter schlägt in ein Groundout zum Shortstop.

Keanu kommt per Walk auf die Base. Es folgen drei Strikeouts. Wir erinnern uns: im 1. Spiel gingen 6 von 15 Battern Strikeout. Im 2. Spiel sollten es 12 von 21 unserer Batter sein. In Summe also 18 von 36 Battern, das sind exakt 50%. Bei einer Deutschen Meisterschaft sind gute Pitcher, aber sie mähten uns nieder als ob wir noch nie in der Batters Box standen.

Leider schafft es Keanu nicht, zu scoren, und es bleibt beim 3:6.

Letztes Inning

Hugo erzielt ein Strikeout und ist dann fertig mit Pitchen in diesem Turnier (21 Batters Faced). Bis aufs dritte Inning (3 Hits, 3 Walks, 1 Hit-by-Pitch) ein sehr gutes Spiel von ihm.

Herein kommt Luke. Er erlaubt einen Walk, dann ein Flyout zur 1B und am Ende ein Strikeout. Hamburg erzielt wieder keine Runs.

Wir sind dran und die Uhr läuft langsam ab: Strikeouts für Jannik und Braima. Dann lassen Hugo und Luke die Bats mal singen: zwei Triples hintereinander und es steht 4:6, mit dem Tying Run an der Plate (Alex). Luke kommt mit einem Wild Pitch rein, aber Alex schafft nicht mehr als ein Strikeout. Ballgame!

2017 09 23 DM 5

Unser Team am Spielende

Fazit

Hamburg gewinnt 6:5. Schuld hat aber nicht Alex wegen seines Strikeouts am Ende. Beim Schlagen haben wir als Team mehr als die Hälfte unserer At-Bats mit Strikeouts beendet. Das ist zuviel.

Und in dem dritten Inning haben wir einfach zu viele Baserunner zugelassen durch Hits und Walks. Das passiert manchmal, aber wenn man so schwach schlägt wie wir, dann reicht das schon, um zu verlieren.

Dies war ein Spiel, das wir gewinnen hätten können und müssen. Es sollte aber nicht sein. Auf der anderen Seite: wenn ich jemandem von den Trainern aller anderen Teams einen Sieg hätte gönnen müssen, dann wären es die Trainer von Hamburg gewesen. Das Team war fair zu uns, fand ich. Vielleicht auch deshalb, weil eigentlich wir die Favoriten waren.

Hugo hatte zwei Hits (Single, Triple), Luke ein Triple, Keanu ein Single und einen Walk. Phillip hatte auch einen Walk, und das war es schon. Mehr Offensive fand nicht statt. Dafür aber dieses Mal nur ein Error.

Der Rest des Tages

Wir schafften die Sachen in unsere Busse. Das Team ging spazieren zum Ahornpark, einer großen Sportanlage nebenan. Dann schauten wir noch ein anderes Spiel, bevor wir in die Unterkunft fuhren.

Es gab Abendbrot in der Jugendherberge. Dann gingen die Kinder duschen und begaben sich in ihre Zimmer, zum Verlustieren. Wir Erwachsene machten einen kurzen Spaziergang durch die Paderborner Altstadt auf der Suche nach Postkarten und sassen danach bis 23 Uhr mit Eltern und Trainern zusammen.

Wecken für den Sonntag war auf 6:30 Uhr angesetzt, weil wir noch unsere Betten abziehen und unsere Sachen packen mussten.

Suche

Trainingsort