Testspiele in Regensburg

Unser Schüler-Team fuhr am vergangenen Wochenende nach Regensburg. Wir wurden dort als Testspielgegner für die bayrische Landesauswahl erwartet, die sich auf den Länderpokal in Bonn zu Pfingsten vorbereiten wollte. 

Unser Plan dabei war die Suche nach mehr Innings für alle unsere Spieler. Die Regensburger beispielsweise, so erfuhren wir dort unten, spielen dieses Jahr 14 Ligaspiele und nebenher 40 Testspiele. Uns sind 12 Ligaspiele auch zu wenig, deswegen hatten wir diese Testfahrt vereinbart (und falls das jemand von außerhalb der Roadrunners liest, am Wochenende des 10. Juni haben wir noch komplett spielfrei). Denn wenn Regensburg 54 Spiele macht, wir aber nur 12 (oder nach dem vergangenen Wochenende eben in Summe am Jahresende 16), dann ist das nicht fair, falls wir uns beispielsweise bei einem Turnier am Ende der Saison treffen sollten. Wir brauchen mehr Innings, finden wir, um besser zu werden.

So fuhren wir also am Freitag bei strahlendem Sonnenschein los. Einer unserer Spieler, Hugo, hatte für alle eine Pizza mitgebracht, die bereits auf dem Weg zur S-Bahn Geschichte war. In Südkreuz stießen weitere Teilnehmer zu uns, in Summe waren diese Spieler anwesend: 

  •  Leo
  • Juri
  • Keanu
  • Braima
  • Mats
  • Oskar
  • Hugo
  • Shima
  • Moritz
  • Alex
  • aus Regensburg geliehen: die Double-Hitting-Maschine Max
  • aus Regensburg geliefen: die Allzweckwaffe Robin

Dazu einige Eltern und Mütter (die ich aber, wie ich informiert wurde, nicht so nennen darf - der Terminus "adultes Weibchen" kam besser an). Ab in den ICE nach Nürnberg, alle im selben Abteil, die Kinder noch in losen Gruppen. Zuerst waren sie auch ruhig, unsere Spieler. Nach einer Weile tauchte ein weicher Baseball auf und kurze Zeit später liefen im Gang Infield Drills.

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Karten gespielt wurde auch, Mangas wurden gelesen auf deutsch und japanisch, eine Gummibärchen-Plage im Zug wurde bekämpft - da machte der einstündige Stopp mitten auf der Strecke vor Erlangen dann auch nix mehr aus. Wir hatten fürs bessere Zusammenfinden des Teams darauf bestanden, keine elektronischen Geräte mitzunehmen. Einige Spieler wollten sogar unterwegs schlafen, um für den Besuch des Erstligaspiels und die nächtlichen Aktivitäten gerüstet zu sein:

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Am Bahnhof in Regensburg wurden wir mit den Teambussen der Regensburg Legionäre abgeholt. Die hatten extra auf ein Auswärtsspiel verzichtet, um a) uns ein Erstligaspiel bieten zu können und b) uns mit Bussen durch Regensburg zu fahren, auf denen draußen irgendwas von Deutscher Meister Baseball stand. Wir sagen Danke und registrieren den Respekt für unser Berliner Team!

Ab ins Hotel, die Kinder auf die Zimmer verteilen, gegebenfalls wurden lange Hosen angezogen und dann ab zum Spiel. Für uns lagen Eintrittskarten bereit! Auch Berlin hat einen Erstligisten, der spielt irgendwo im Norden unserer schönen Gemeinde (naja, in Frohnau). Und letzte Woche waren einige unserer Spieler in Paderborn bei einem Turnier - auch da konnten wir ein Erstligaspiel sehen. Aber das Stadion in Regensburg ist einzigartig von Aufbau, Schönheit und Stimmung. Es war beeindruckend für alle:

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Wir sahen einen Come-from-behind-Sieg der Regensburger mit einem 3-Run-Homerun (sehr laut) und haufenweise Broken Bats und Foulballs, denen unsere Spieler hinterher jagten. Wir haben denen da bestimmt 20 Foulballs genommen und mehrere Broken Bats als Souvenir eingesammelt. Zwischendurch wurde natürlich bereits am Rande weiter Baseball gespielt und besprochen: 

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Gegen 23 Uhr kamen wir im Hotel an und legten uns allmählich zur Ruhe. Morgens ging es früh los: 10 Uhr Training mit der bayrischen Landesauswahl, dann Mittag (Pizzen im Schatten einiger Bäume am Spielfeldrand) und ab 13 Uhr einen Doubleheader gegen Bayern. 

Das Training war anstrengend, aber abwechslungsreich, und vor allem für uns Trainer (Sven, Walter und ... hüstel, hüstel ... icke) lehrreich. Gutes, abwechslungsreiches Warmup, danach haben wir einiges über Batting und vieles über Pitching gelernt, von den Trainern bis zu den Spielern.

In den Spielen war unsere Idee, alle Spieler immer bis zum Inning-Ende drin zu lassen, auch wenn es nicht so gut für sie lief (beim Pitchen, beim Fielden). Wir hatten 5-Inning-Spiele angesetzt, 5-Run-Rule aktiv, aber keine Mercy-Rule. Wir spielten sogar die untere Hälfte des 5. Innings durch, egal wie der Stand war. Es ging nicht ums Gewinnen, sondern ums Üben und Lernen.

Die Resultate sind nicht so wichtig, aber hier sind sie: Am Sonnabend verloren wir gegen die Bayern 4:5 und 3:11. Am Sonntag verloren wir dann nochmal gegen Bayern 1:9 (da waren unsere Spieler mental wirklich fertig, nachts war wohl was los im Hotel). Zum Abschluß spielten wir gegen Plzen (CZ) und gewannen 10:8. Wir hatten 20 Innings drin und 4 Spiele - das war an einem Wochenende ein Drittel der Berliner Saison in Spielen, und falls wir in den Berliner Spielen die Mercy Rule erleben, sogar mehr als ein Drittel der Saison in Innings.

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Alle haben was gelernt: die adulten Weibchen was übers Spiel und warum Baseball-Auswärtsfahrten so viel Spaß machen! Wir Trainer über neue Methoden und über unser Team. Alle Spieler im Team über Defensiv-Arbeit auf anderen Positionen, den Teil des Plays nach dem Fielden, das Timing beim Hitten und die Pitcher übers Pitchen.

Am Abend des ersten Tages wurde für uns gegrillt, anwesend waren auch die Jugend-Teams der Regensburger und von Sabat Prag. Am Sonntag gab es Lasagne im großen Stadion der Regensburger - während des Spiels am Sonnabend wurden wir dem Publikum vorgestellt und in einer Drittelpause schwenkte die Kamera des Livefeeds mal zum Geschehen auf unserem Platz rüber! Wir waren sogar im Fernsehen, Leute!

Nach dem Spiel gegen Plzen ging es dann wieder in den Zug und zurück nach Hause. Die kleinen Grüppchen der Hinfahrt gab es nicht mehr - das war jetzt ein Big-League-Club, der von einer schweren Auswärtsreise nach Hause fuhr und allen Leuten im Zug zeigte: Dies ist unser Zug! UND. WIR. HABEN. KEINE. ANGST!

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Das war denn gegen Ende, nach dem Traubenzucker-Konsum, recht heftig. Anscheinend aber hatten wir die gutmütigsten ICE-Mitreisenden in der Geschichte der Geschichte um uns, denn niemand regte sich auf. Es machte Spaß, da zu zu schauen. Und es war das bislang beste Baseball-Wochenende in 2018, finde ich.

Was mir auffiel:

  • Juri pitchte mehrere Innings hintereinander (zum 1. Mal überhaupt) und ist ein aktiver Batter geworden
  • Keanu hatte den schönsten Schwung seiner Karriere bislang und pitchte auch sehr gut (an einer Stelle 8 Strikes in Folge)
  • Hugo pitchte gewohnt gut und schlug ein schönes Double
  • Braima hat seinen Schwung wieder gefunden und ist ein gefährlicher Hitter
  • Mats fühlt sich langsam bequem in der Batters Box und fängt an die Pitcher zu ärgern - außerdem läuft er nun wie ein Profi im Outfield Backup
  • Oskar hat gut gecatcht und fühlt sich beim Schlagen immer wohler (und außerdem lacht er IMMER)
  • Shima hat einiges darüber gelernt, dass das eigentliche Play erst nach dem Fielden des Balles beginnt, auch er wird beim Schlagen immer gefährlicher
  • Alex braucht beim Schlagen am Anfang der Saison immer eine Weile, aber diese Weile ist jetzt vorüber: er ist fast wieder der Hitter vom letzten Jahr, außerdem hat er 5 Innings gepitcht und viel über seine Motion gelernt
  • Moritz hat Bälle im Outfield gefangen, Walks gezogen und arbeitet sich langsam in seine At-Bats herein
  • Leo hat ein Monster-Double geschlagen und mehrere komplett fehlerfreie Innings an 1B erlebt

Danke an Regensburg fürs Catering, die Busse, die lehrreichen Spiele, die gastfreundliche Aufnahme und vor allem das blendende Wetter. Danke an Henning für seine vielen Shuttle-Fahrten und Einkaufsgänge. Danke an Julia, Caroline und Claudia für ihre angenehme und hilfsbereite Anwesenheit. Danke an unsere Coaches Sven und Walter.

Danke auch an die Umpires - ganz ehrlich, das war die beste, korrekteste und konsequenteste Strikezone, die ich jemals sah. Da hat Spielen noch viel mehr Spaß gemacht!

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